Ehrengast 2010 Argentinien

von Mora Marqués:

Vom 6.bis 10. Oktober 2010 präsentierte sich Argentinien  als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2010. Im gleichen Jahr feiert das Land den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung.

Im Jahr 1992 war Mexiko Ehrengast und im Jahr 1994 Brasilien. Jürgen Boos, freut sich sehr, dass ein anderes Mal ein lateinamerikanisches Land als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse vertreten wurde.

Während und nach der Buchmesse gab es viele Lesungen, Ausstellungen, Pressekonferenzen, Diskussionen, Filme zu Argentinien, das in ganz Deutschland präsentiert wird. Hier erfahren Sie alles über das Symposium zur Vergangenheitsbewältigung, über das Übersetzungsprogramm „Sur“ oder über Lesungen argentinischer Schriftsteller…

Argentinien zeichnet sich durch eine große literarische Tradition und eine faszinierend lebendige Kulturszene aus.

Die bekanntesten argentinischer Schriftsteller im Ausland sind Jorge Luis Borges (1899-1986) und Julio Cortázar (1914-1984).

Die argentinische Literaturszene gilt momentan als die lebendigste Lateinamerikas. Das argentinische Außenministerium hat eine Übersetzungsförderung ins Leben gerufen. Ziel ist es, neue literarische Talente zu entdecken und diese in möglichst vielen Sprachen zu verlegen. 100 Titel argentinischer Autoren werden bis 2010 gefördert.

Es gibt eine Kollektion aus Titeln zu Kultur, Geschichte und Gegenwart Argentiniens.

Es gibt auch ein Argentinien Blog, wo wir weitere Informationen sowie den Ausstellungskatalog und die Liste der Neuerscheinungen zum Herunterladen finden können.

Die internationale Buchausstellung „Books on Argentina“ umfasst 1000 aktuelle Bücher zu Argentinien.

Mehr als 200 neue Bücher zu Argentinien sind allein in deutscher Sprache im Gastlandjahr 2010 auf den Markt gekommen, darunter mehr als 100 neue Übersetzungen argentinischer Literatur.

Ich habe einen Artikel zu Cortazar gewählt.

Cortázar und die Sprache der Argentinier:

Im argentinischen Pavillon gibt es einen runden Tisch. Den anderen, der  gleichzeitig stattfand, gab es am gemeinsamen Stand der argentinischen Verlage. Mehr als Ehrengast ist Argentinien ein Gastgeber. Warum? Weil im Argentinischen Pavillon ein üppiges Büfett vorbereitet wurde, sodass keiner der Besucher am Ende hungrig blieb.

Über Cortázar hat man schon so viel diskutiert und geschrieben, obwohl es so aussieht… als sei es doch nicht genug.

So Guillermo Martínez, ein Literaturkritiker über Cortázars Qualitäten als Erzähler.

Er hat  Cortazar’s Geschichten als „antiquiert“ bezeichnet.

“Man wünscht, Cortázar hätte gar nicht existiert, denn er scheint in beiden Lagern als ‚unerwünschte Person‘ zu gelten“.

Jeder Argentinier, der bereits ein paar Jahre in Deutschland verbracht hat, dürfte zumindest einmal mit der Frage konfrontiert worden sein „in Argentinien spricht man… Portugiesisch oder Spanisch eigentlich?”.

Die Antwort ist: „weder das eine noch das andere“ .

In Argentinien spricht man „Die Sprache der Argentinier”. Auf der Frankfurts Buchmesse gab es viele solide Argumenten aus Geschichte, Literatur und Linguistik dafür.

Viele Schriftstellern treffen sich an einem polemischen Punkt: wo bestimmte linguistische (und kulturelle im Allgemeinen) Räume, die eigentlich den Porteño betreffen, stellvertretend für die gesamte „Argentinität“ angewendet werden.

Ein Schriftsteller, der Martin Kohan heisst, hat gesagt: „Wenn ich meine Beziehung zu der Sprache der Argentinier definieren müsste, wäre diese Beziehung  von der Sprachweise der Porteños bestimmt“.

„Was er damit sagen will ist, dass die Sprache der Argentinier so abstrakt und mythisch ist, wie die sogenannte Argentinität selbst“.

In Argentinien gibt es 22 Provinzen. Die Porteños sind nur die Menchen, die in der Hauptstadt wohnen. Natürlich geht die Polemik weiter.

Ein anderer Streitpunkt ist, z.B. hier in Spanien (oder im Ausland) denkt man, dass Tango die Musik aller Argentinier ist. Das ist falsch. Tango ist sehr porteño.

Über Alberto Villanueva

Ingeniero Superior de Telecomunicaciones (Universidad Politécnica de Madrid)
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