Deutschpflicht auf Schulhöfen – undenkbar

von tagesschau.de:

Kultusminister stellen sich gegen Böhmer

Deutschpflicht auf Schulhöfen – undenkbar

Die Kultusminister der Länder haben sich klar gegen eine Deutschpflicht auf Schulhöfen ausgesprochen. Sie wiesen den Vorschlag nach einem Gespräch mit Migrantenverbänden in Berlin zurück. Damit stellten sich die Ressortchefs gegen das Plädoyer führender Koalitionspolitiker, darunter der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU).

„In keiner Weise geeignete Idee“

Schulhof (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Deutschpflicht auf Schulhöfen – die Kultusminister haben sich dagegen ausgesprochen. ]
Eine flächendeckende Deutschpflicht auf dem Pausenhof sei nicht denkbar, betonte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Ludwig Spaenle (CSU) nach dem Treffen. Dies gelte, auch wenn freiwillige Regelungen an einzelnen Schulen „durchaus interessant“ sein könnten. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sagte, die Idee sei „in keiner Weise geeignet“, Integrationsprobleme zu lösen. Es sei „traurig“, dass in aller Regelmäßigkeit die gleichen unbrauchbaren Vorschläge wieder auftauchten. Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) nannte den Vorstoß „nicht hilfreich“. Die Bedeutung des Deutschlernens für die Integration sei zwar unbestritten. „Von oben herab“ zu verbieten, dass Jugendliche auf dem Schulhof ihre Muttersprache sprächen, sei allerdings nicht sinnvoll.

„Böhmers Forderung ist ein Skandal“

Maria Böhmer (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung ]
Die Türkische Gemeinde in Deutschland reagierte erleichtert auf die Stellungnahme der Länderminister. „Es bedurfte eines Signals der KMK“, sagte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat, „ein Verbot der Muttersprache ist nicht hinnehmbar.“ Dies wäre ein „Signal der Unterwerfung“ und eine „Stigmatisierung“ von Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln. Die Forderung von Böhmer und anderen sei ein „Skandal“, kritisierte Kolat. Die Kultusminister hätten nun die richtige Antwort auf die „unsägliche Diskussion“ der vergangenen Wochen gegeben.

Über Alberto Villanueva

Ingeniero Superior de Telecomunicaciones (Universidad Politécnica de Madrid)
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Eine Antwort zu Deutschpflicht auf Schulhöfen – undenkbar

  1. Hans Schafgans schreibt:

    Das Verbot seine eigene Muttersprache auf dem Schulhof, in der Pause, also in einem privaten Kontext zu sprechen, ist weder sinnvoll, noch integrationsfördernd. – Sevim, eine türkische Freundin in Köln, hat mir erzählt, dass sie sich als Kind und junges Mädchen für ihre Sprache geschähmt hat- wahrscheinlich weil Türkisch damals für ihre deutschen Klassenkameradinnen nicht so „cool“ war. Erst als sie eine politisch engagierte Kurdin, in deren Tanzgruppe sie mitgemacht hat, kennenlernte, hat sie ihr Problem verstanden und ist selbstbewußter geworden.

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