Heinrich Hoffmann – „Der Struwwelpeter“

von Wikipedia:

Struwwelpeter ist der Titel eines Kinderbuchs des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1845 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen Kinder nach (angeblichem) Fehlverhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

Der „Struwwelpeter“ gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die vielen Adaptionen werden Struwwelpet(e)riaden genannt.

In jüngerer Zeit wird der autoritäre Erziehungsstil, der aus den Geschichten des „Struwwelpeter“ spricht, zunehmend kritisch gesehen.

Die Geschichte vom Zappel-Philipp

In der Geschichte geht es um den Jungen Philipp, der am Tisch nicht still sitzen kann und mit dem Stuhl schaukelt und daraufhin mitsamt der Tischdecke und der Mahlzeit auf die Erde fällt – „und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum.“ In neuerer Zeit wurde die Geschichte teilweise als Beschreibung eines Kindes mit Hyperaktivität empfunden (siehe unten).

Der Zappelphilipp. Zeichnung von Heinrich Hoffmann 1844

Psychologische Interpretation

In neuerer Zeit wurde der Struwwelpeter von der klinischen Psychologie und der Jugendpsychiatrie entdeckt. Die Beschreibungen des Zappelphillipps und zum Teil auch des Hanns-Guck-in-die-Luft werden als volkstümliche Beschreibungen bzw. Symbole für Spielarten der Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS) herangezogen. Dabei zeige der Zappelphillipp eine Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität („Zappeln“), weshalb diese psychische Störung im deutschsprachigen Raum zum Teil als Zappelphilipp-Syndrom bekannt geworden ist. Hanns-Guck-in-die-Luft hingegen wird zum Teil als verträumter Gegentyp gelesen, manchmal auch als „Träumerle“ beschrieben, und vertrete demnach eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität, aber mit deutlich reduzierter Aufmerksamkeit.

Über Alberto Villanueva

Ingeniero Superior de Telecomunicaciones (Universidad Politécnica de Madrid)
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