Atomunfall (Deutsch lernen: Langsam gesprochene Nachrichten)

von Hans: www.dw-world.de

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio: Nachrichten von Dienstag, 15. März 2011 – langsam gesprochen als MP3

Audio: Nachrichten von Dienstag, 15. März 2011 – im Originaltempo als MP3

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel ist mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zusammengetroffen, in denen Atomkraftwerke stehen. Angesichts der Reaktorkatastrophe in Japan hatte Merkel am Dienstag verkündet, die erst Ende November beschlossene Laufzeitverlängerung für die deutschen Meiler für drei Monate auszusetzen. Als Konsequenz könnten in den kommenden Monaten mehrere Kraftwerke vom Netz gehen – darunter Neckarwestheim I in Baden-Württemberg, Isar I in Bayern sowie Biblis A in Hessen. Die Opposition kritisierte, die Koalitionsparteien wollten sich mit dem Moratorium nur über die anstehenden Landtagswahlen retten. – EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwägt unterdessen eine Sicherheitsprüfung für alle Atomkraftwerke in der Europäischen Union.

TOKIO: Die Lage in der japanischen Atomanlage Fukushima I gerät immer mehr außer Kontrolle. Bei einer weiteren Explosion wurde nach Angaben der Regierung erstmals auch die innere Schutzhülle des Reaktors beschädigt. Betroffen war diesmal der Block 2. Ein Sprecher der Betreiberfirma erklärte, eine Kernschmelze im Atomkomplex könne nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Strahlung in der Umgebung steige dramatisch. Die Sicherheitszone wurde auf einen Radius von 30 Kilometern ausgeweitet. Regierungschef Kan forderte die Menschen in dem Gebiet auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Regierungssprecher Edano sagte, inzwischen funktioniere auch die Kühlung der Reaktoren 5 und 6 nicht mehr einwandfrei. Im Reaktor 4, der bereits vor dem Beben am Freitag abgeschaltet worden war, gerieten abgebrannte Brennstäbe in Brand. Das Feuer konnte aber wieder gelöscht werden.

TOKIO: Die Eskalation in der Atomanlage Fukushima und die drohende Strahlenverseuchung in Japan haben an der Börse in Tokio den größten Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise ausgelöst. Der Nikkei-Index gab um 10,5 Prozent nach und ging mit 8605 Punkten aus dem Handel. Zeitweise hatte der Leitindex bei 8227 Punkten gelegen. Händler sprachen von Panikverkäufen. Um die Finanzmärkte zu beruhigen, stellte die japanische Notenbank umgerechnet weitere 44 Milliarden Euro zur Verfügung.

SEOUL: Nordkorea ist wieder zu Gesprächen über sein umstrittenes Programm zur Urananreicherung bereit. Das erklärte das Außenministerium des kommunistischen Landes nach Berichten staatlicher Medien. Demnach hat die Führung in Pjöngjang keine Einwände dagegen, dass die Anreicherungsaktivitäten im Rahmen der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche diskutiert werden. Die Atomverhandlungen mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan liegen seit Frühjahr 2009 auf Eis. Im vergangenen Jahr war die Existenz einer neuen Analge zur Urananreicherung bekannt geworden.

MÜNSTER: Die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen hat vor dem Landesverfassungsgericht eine schwere Schlappe erlitten. Die Richter in Münster gaben einer Klage der Oppositionsfraktionen von CDU und FDP statt und kippten den Nachtragshaushalt 2010. Regelungen des Etats verstießen gegen die Landesverfassung und seien nichtig, so Gerichtspräsident Bertrams. Der Haushalt sah wie der noch nicht verabschiedete Landesetat 2011 eine Rekord-Neuverschuldung von 7,1 Milliarden Euro vor. Der Spruch könnte weitreichende Folgen bis hin zu Neuwahlen in dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland haben. Christdemokraten und Liberale fordern, dass die Landesregierung aus dem Urteil auch Konsequenzen für den Haushalt 2011 zieht. Falls die CDU auch gegen diesen Etat klagt, will die SPD Neuwahlen anstreben.

BERLIN: Die Sozialdemokraten haben den Untersuchungsbericht der Bundeswehr zu den Vorgängen auf dem Schulschiff „Gorch Fock“ kritisiert. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Arnold, sagte, die Marine versuche hier weich zu zeichnen. In dem Bericht waren die nach dem Tod einer Kadettin erhobenen Vorwürfe des unzumutbaren Drills wie auch des sexuellen Missbrauchs weitgehend zurückgewiesen worden. Unhaltbare Missstände habe es auf der „Gorch Fock“ nicht gegeben. Dagegen meinte Arnold, in dem Bericht werde Schikane kleingeredet. So seien Soldaten gezwungen worden, in die Takelage zu steigen, obwohl sie dies nicht wollten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden stark bewölkt und gebietsweise Regen. Sonst durchweg heiter und trocken. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen fünf Grad an der Ostsee und bis zu 20 Grad am Oberrhein.

Über Alberto Villanueva

Ingeniero Superior de Telecomunicaciones (Universidad Politécnica de Madrid)
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