Märchen (mit Bettina Kümmerling)

von Hans:

Bettina Kümmerling ist die Frau einer meiner Schulfreunde in Köln, vom Gymnasium Köln Nippes. Sie ist Spezialistin für Kindermärchen. Sie hat auch eine internationale Sammlung von Kinderbüchern.

Bettina Kümmerling-Meibauer homepage

Vielleicht können wir einige Fragen schreiben, die wir ihr schicken könnten?

bettina.kuemmerling-meibauer@uni-tuebingen.de

Das sind einige Fragen an Bettina und die Antworten von Bettina:

  • Wer hat Ihnen Märchen erzählt oder vorgelesen?
  • Bettina: Mir sind keine Märchen vorgelesen worden. Mein Vater hat mir, als ich klein war und selbst noch nicht lesen konnte, vor allem aus der Kinderbibel vorgelesen. Ich kannte Märchen (d.h. Grimmsche Märchen) im Vorschulalter vor allem aus DDR-Märchenfilmrollen. Das sind keine richtigen Filme mit bewegten Bildern, sondern stehende Bilder – wie Dias -, die man mit einem Projektor an die Wand geworfen hat. Erst als ich selbst lesen konnte, bin ich mit Märchen in geschriebener Form in Kontakt gekommen.
  • Haben Sie noch Märchenbuch aus Ihrer Kindheit?
  • Bettina: Ich habe noch ca. 40 Märchenbücher in meiner Sammlung, die aus meiner Kindheit bzw. Jugend stammen (diese wurden mir vor allem von meinen Großeltern geschenkt).
  • Wann haben Sie begonnen sich wissentschaftlich mit Märchen zu beschäftigen?
  • Bettina: Ich habe über Märchen promoviert, allerdings über literarische Märchen. Thema: Die Kunstmärchen von Hofmannsthal, Musil und Döblin (erschienen 1991). In diesem Zusammenhang habe ich mich mit Märchentheorien und auch mit Volksmärchen befasst.
  • Haben Sie Kinder und haben die Lieblingsmärchen?
  • Bettina: Ich habe zwei Kinder (jetzt 21 und 11 Jahre alt). Ich habe ihnen ab und zu Märchen vorgelesen (meist handelt es sich dabei um Bilderbücher mit Märchen). Meine Tochter hat Märchen abgelehnt, weil sie im Kinderhort, als sie ca. 2 Jahre alt war, beim Frühstück immer Märchenkassetten anhören musste, die sie ziemlich „gruselig“ fand (Schneewittchen, Rotkäppchen usw.).
  • Haben Sie Märchenparks besucht und gibt es einige, die Ihnen besonders gefallen?
  • Bettina: Ich kenne kaum Märchenparks, nur den von Altenahr in der Nähe von Köln und Astrid Lindgren’s World in Vimmerby (Schweden).
  • Wissen Sie welche  spanische Region die größte Märchentradition hat? Vielleicht Galicien oder Andalusien? Gibt es ein spanisches Märchen, das Ihnen besonders gut gefällt? Gibt es eine Art von Märchen, die typisch für Südeuropa ist?
  • Bettina: Die Fragen zu Spanien kann ich nicht beantworten, weil ich mich damit nicht auskenne. Da muss ein spanischer Märchenforscher befragt werden. Ich habe zwei Märchenbücher mit spanischen Volksmärchen in meiner Sammlung, darauf bezieht sich meine wenige Kenntnis, die aber nicht ausreicht, die Frage nach regionalen Schwerpunkten oder Besonderheiten zu beantworten. Bei diesen Märchen ist aber auffallend, dass es gewisse Parallelen zu italienischen und französischen Volksmärchen gibt, die ja wiederum durch Perrault und Basile beeinflusst worden sind.

Bettina Kuemmerling, November 2010

Hausaufgaben: übersetzen eine spanische Märchen

Über Alberto Villanueva

Ingeniero Superior de Telecomunicaciones (Universidad Politécnica de Madrid)
Dieser Beitrag wurde unter Hausaufgaben, Vorschlag veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Märchen (mit Bettina Kümmerling)

  1. Alberto Villanueva schreibt:

    von Rocío:

    Der Schriftsteller: Herr Juan Manuel (1282-1348)
    Roman auf Vers: ,Der Graf Lucanor‘

    ,Die Erlebnisse von einer Frau, die hieß Truhana‘
    Es war einmal eine Frau, die Truhana hieß. Sie war sehr arm. Eines Tages ging sie zum Markt und sie trug einen Honigtopf auf ihrem Kopf. Während der Promenade dachte sie an alle Sachen, die sie machen könnte, wenn sie den Honigtopf verkaufen könnte. Sie könnte den Honigtopf verkaufen und sie könnte mit diesem Geld Eier kaufen und die Eier würden Hühne… Danach dachte sie, dass sie die Hühner verkaufen könnte und sie würdemit diesem Geld Schäfe kaufen und so weiter und so weiter. Plötzlich dachte sie an das Geld, dass sie verdient hätte und sie begann zu lächeln. Sie lächelte so viel, dass der Honigtopf auf den Boden hinunter fiel und zerbrach wie alle ihre Träume.

    Die Moral ist: Man kann nie die Milch verkaufen, wenn wir keine Kuh haben.
    Ich glaube, die Moral ist, dass man sich nicht zu früh freuen darf.- Es erinnert mich an die Geschichte vom Milchmädchen (la lechera). – Diese Geschichte ist in Deutschland nicht bekannt, aber es gibt den Ausdruck “ Eine Milchmädchenrechnung aufmachen“, d.h. nicht besonders gut die Dinge voraussehen und planen.

  2. Alberto Villanueva schreibt:

    von Marta:

    “Kichererbsechen” (Garbancito)

    Es war einmal ein altes Ehe, die keine Kindern hatten. Einmal, während die Frau das Essen kochte, hörte sie eine Stimme von den Kichererbsen. Dort gab es einen Jungen, der sehr klein war. Die Frau nahm ihn wie ein Sohn und nennte ihn Kichererbschen.

    Kichererbschen war sehr mutig und großzügig. Er half immer seinen Eltern.

    Eines Morgens sagte seine Mutter zu Kichererbseche:
    – Kichererbschen, da du sehr groß bist, solltest du heute deinem Vater das Mittagessen bringen. Er arbeitet gerade im Gemüsegarten.

    Kichererbsechen nahm den Korb und ging zum Gemüsegarten. dem Weg, sang er:

    – “Pachín, pachín, pachín
    a garbancito no piséis
    Pachín, pachín, pachín
    mucho cuidado con lo que hacéis”

    Als er im Gemüsegarteen ankam, fing es an zu regen. Er versteckt sich unter einen Kopfsalat. Er wartete dort bis der Regen fertig war. Während er wartete, kamm ein Ochse und er aß den Kopfsalat, wo Kichererbschen war.

    Sein Vater machte sich Sorgen, weil es zu spät war und Kichererbsechen war nicht gekommen.

    Beide Eltern suchten Kichererbsechen und schrien:
    – Kichererbschen, wo bist du?

    Kichererbschen, von dem Bauch des Ochse, antwortete:
    – Im Bauch des Ochse, wo es nicht regnet und ihr mich sehen nicht!

    Die Stimme war weit weg. Eltern wiederholten:
    – Kichererbschen, wo bist du?
    – Im Bauch des Ochse, wo es regnet nicht und ihr mich sehen nicht!

    Eltern kamen näher , wo Kichererbsechen war, bis sie ihn fanden.
    – Mann, was können wir machen?
    – Wir müssen das Tier ernähren, damit Kichererbsechen schnell ausgehen kann!

    Sie nahmen Gras und ernährten das Tier. Dann ging Kichererbsechen mit Stroh, Kopfsalat und Poop.

    Die Eltern wuschen ihn, kämmten ihn und annahmen (?)ihn (nicht viel, weil er sehr klein war) und sie glücklich waren und Rebhühner.

  3. Alberto Villanueva schreibt:

    Ein ganz besonderes hören

    Es ist nicht leicht jemanden zu finden, der hören kann. Seit vielen Jahren lebte ein alter Mann in einem kleinen Zimmer in einem Hotel in der Mitte der Stadt. Er hatte ein gutes Ansehen wegen seinem Wissen, wie man hört. Deshalb war er ständig von einer großen Zahl von Menschen umgeben, die ihm ihre Probleme erklären wollten.

    Der alte Mann bot seinen Besuchern Tee und Gebäck an , während er ihnen tief in die Augen sah, während sie ihre Probleme erzählten. Die Leute kamen aus dem Raum getröstet und sie fanden einen Weg, um zu beginnen, ihre Probleme zu lösen.

    Einmal hörte ein junger Journalist vom Ansehen des alten Mannes und er ging ein Interview zu machen. Dieser Journalist hatte kein Interesse daran von seinen Problemen zu erzählen. Er wollte nur einen guten Artikel für sein Magazin machen. Darum, von Anfang, machte er Fragen zu verschiedenen Themen. Aber seine Überraschung war groß, als er bemerkte, dass der alte Mann keine seiner Fragen beantwortete. Der alte Mann reagierte nicht, Sie sagte nichts und gab nur immer einfach weiter Tee und Gebäck mit großer Gelassenheit. Nach ein paar Minuten wusste der Journalist, was los war. Er erhob sich von seinem Stuhl und schlug fest mit seiner Handfläche auf den Tisch und schrie:

    -Sie sind ein Schwindler! -Sie können nicht hören!
    -Sie sind taub! -Sie geben keine Antworten, weil Sie nicht hören!
    -Wie konnten Sie dieses Ansehen erreichen?

    Der Zimmernachbar hörte die Schreie des Journalisten und er ging hinein, um zu sehen, was passiert war:

    -Was? -Was sind das für Rufe?
    -Was soll das? – Sagte der Journalist
    -Dieser Mann kann nicht hören -Warum hat er dieses Ansehen, dass er der alte Mann, die Person mit der meisten Geduld in der Stadt ist? -Wen wollten sie täuschen?

    -Ich glaube, dass er wollte niemanden täuschen -sagte der Nachbar.

    -Es ist wahr, dass dieser Mann seit vielen Jahren taub ist, aber trotzdem erreicht er, durch seine innere Ruhe und Frieden nach Außen, etwas sehr Wichtiges: mit seinem Lächeln, seinem Blick und seiner Haltung, verursacht er, dass Menschen entdecken, was in ihnen.
    -Es lehrt uns unsere innere Stimme zu entdecken

  4. Alberto Villanueva schreibt:

    Fragen an Bettina:

    * Wissen Sie welche ist die spanische Region mit mehr Tradition in Märchen? Vielleicht Galicia?
    * Gibt es eine Art von Märchen typisch für Südeuropa?

  5. Alberto Villanueva schreibt:

    von Astrid Izquierdo:

    Das Mäuschen Perez

    Pepito Perez war ein kleines Stadtmäuschen. Er lebte mit seiner Familie in einen kleinen Loch einer Gebäudemauer. Das Loch war nicht sehr groß, aber sehr bequem und dort fehlte ihnen nicht das Essen.. Sie lebten neben einer Bäckerei. Jede Nacht hollte er mit seinem Vater Mehl und alles, was sie zum Essen fanden. Eines Tages Pepito hörte Geräusche in dem oberen Stockwerk. Weil er ganz neugirig war, kletterte er durch die Rohrleitung bis zum ersten Stock. Da sah er viele Apparate, Sessel, Blumen, Bilder…, es schien, dass sich dort jemand einrichten wird.

    Am nächsten Tag ging Pepito wieder nach oben, um zu sehen, was das alles war, und fand etwas, das ihm sehr gefiel. Im oberen Stockwerk war nun eine Zahnklinik. Von jetzt an, stieg er jeden Tag nach oben, um zu sehen, was der Dr. José Mª Miraba machte, und lernte, guckte nochmal und schrieb alles, was er konnte in ein kleines (wohin?Akk) Notizbuch.

    Nachher übte er mit seiner Familie alles, was er wusste. Er putzte seiner Mutter sehr gut die Zähne, seiner Schwester heilte er Zahnschmerzen mit ein wenig Medizin…Und so wurde die Maus Perez berühmt. Mäuse kamen von überall her, damit sie von ihm geheilt wurden (Passiv). Feldmäuse mit einer vollen Tüte mit Essen für ihn, Stadtmäuse mit Hut und Stock, kleine Mäuse, große, dicke, dünne… Alle wollten, dass das Mäuschen Perez ihnen den Mund in Ordnung bringt.

    Aber dann kamen alte Mäuse mit großen Problemen. Sie hatten keine Zähne und wollten Turron, Nüsse, Mandel essen und alles was sie, als noch jung waren, gegessen hatten und nun nicht mehr essen konnten. Das Mäuschen Perez dachte und dachte nach, wie er diesen Mäusen, die auf ihn vertrauten, helfen könnte (Konj). Und wie immer, wenn er Zweifel hatte, ging er zur Klinik, um zu sehen. Dort sah er wie der Dr. José Mª einem Alten Mann schöne Zähne einsetzte. Diese Zähne waren nicht von Leute, die wurden in eine Fabrik für die Zahnärtze gemacht. Aber diese Zähne waren enorm groß und sie nutzen ihm nichts. Da, als er nach Hause zurückkam, ohne die Lösung zu finden, kam in die Klinik ein Kind mit seiner Mutter. Das Kind wollte, dass der Doktor ihm einen Milchzahn herauszieht, damit ein großer und starker Zahn schnell wachsen konnte. Der Doktor zog ihn (dem Kind) und gab ihn ihm zur Erinnerung. Perez Mäuschen fand die Lösung: “ Ich werde zu dem Kind nach Haus gehen und werde ihm den Zahn abkaufen” dachte er. Er folgte ihm durch die Stadt und als er bei ihm zu Hause ankam, fand er eine große Katze und konnte nicht eintreten. Perez Mäuschen wartete bis alle schliefen und dann trat er ins Zimmer des Kindes ein. Das Kind war eingeschlafen und hatte den Zahn unter das Kopfkissen gelegt. Das arme Mäuschen Perez konnte schwer den Zahn finden, aber am Ende fand er ihn und lies dem Kind ein schönes Geschenk zurück.

    Am nächsten Morgen sah das Kind das Geschenk und war sehr zufrieden und erzählte es allen seinen Schulfreunden. Und von heute an, lassen alle Kinder ihre Milchzähne unter dem Kopfkissen. Und Mäuschen Perez sammelt sie ein, und tauscht sie ihnen gegen ein schönes Geschenk. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

  6. Hans Schafgans schreibt:

    Ich finde diesen Brauch in Spanien sehr schön- und natürlich habe ich dabei, als meine Töchter noch klein waren, gerne mitgemacht.- Überhaupt werden Kinder in Spanien mit viel Aufmerksamkeit und liebevoller Zuneigung behandelt, was man gut bei dem vielleicht wichtigsten Fest Los Reyes Magos, dem Drei Königsfest sehen kann.

  7. Hans Schafgans schreibt:

    Ratoncito Perez, das Mäuschen gibt es wohl in Form einer Zahnfee in Italien? Wer weiß mehr darüber‘

  8. Pingback: 2010 in review | Deutsch-Unterricht (E.O.I. Las Rozas)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s